Jörg Immendorff

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Jörg Immendorff – Revolutionär und Maler der deutschen Geschichte

Jörg Immendorff, 1945 in Bleckede bei Lüneburg geboren, zählt zu den bedeutendsten deutschen Malern der Nachkriegszeit. Seinen Platz in der Kunstgeschichte eroberte er sich vor allem mit politischen Bildern wie dem Bilderzyklus „Café Deutschland“ aus den späten 70er Jahren, in dem er die deutsche Teilung in expressiver Malweise anprangerte und eine neue Art der Historienmalerei begründete.

Jörg Immendorffs Themen stammten aus der Kultur, Geschichte, Gesellschaft und Politik. In seinen Kunstwerken setzte er sie mit schwarzem Humor um und integrierte häufig bekannte Personen aus der Öffentlichkeit, Politik oder Kunst und verlieh ihnen somit eine bestimmte Intention. Zitate von Werken anderer Künstler und Bezüge aus der Kunstgeschichte sind ein wesentliches Merkmal im Kunstschaffen von Jörg Immendorff. Seine späteren Arbeiten tendieren zum Surrealismus. Mit seinem häufig zitierten Alter Ego, dem „Maleraffen“, ironisierte er in vielen Bildern und auch Skulpturen die Kunstszene.

Von Beuys Meisterschüler zur Leitfigur der „Neuen Wilden“

Immendorff studierte von 1963 bis 1964 an der Kunstakademie Düsseldorf unter Teo Otto und später als einer seiner bekanntesten Meisterschüler unter Joseph Beuys.

Mit seinem Künstlerfreund A.R. Penck wurde Immendorff in den 70iger Jahren zur Leit- und Identifikationsfigur der „Neuen Wilden“, in gemeinsamen Arbeiten thematisierten sie die deutsch-deutsche Frage. 1972 nahm Immendorff an der documenta 5 in Kassel teil, 1976 an der Biennale in Venedig, 1982 dann wieder an der documenta 7.
Nach verschiedenen Gastprofessuren in Stockholm, Hamburg, Zürich, Trondheim, Köln und München eröffnete Immendorff 1984 die Paloma-Bar im Hamburger Stadtteil St. Pauli. Durch seine große Plastik von dem Schauspieler Hans Albers wurde er einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. 1986 lieferte er den Entwurf zum Bühnenbild und zu den Kostümen der Strauss-Oper „Elektra“ am Bremer Stadttheater und entwarf Bühnenbilder zu Strawinskis „The Rake´s Progress“ für die Festspiele in Salzburg. 1987 stattete er den phantastischen Rummelplatz „Luna Luna“ von André Heller aus.

Vielfach ausgezeichnet und weltweit geehrt

1987 wurde Immendorff Professor für Malerei am Städelschen Institut in Frankfurt/Main, 1996 wurde er dann als Professor nach Düsseldorf berufen. Ein Jahr später wurde er mit dem Marco-Preis des Monterrey-Museums in Mexiko, dem höchstdotierten Kunstpreis der Welt, geehrt.
1997 wurde er Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Salzburg und nahm er eine Gastprofessur an der Academy of Fine Arts in Tianjin in der Volksrepublik China an. Das Nationalmuseum in Warschau richtete ihm 1998 als erstem deutschen Künstler nach dem Zweiten Weltkrieg eine Retrospektive aus. 1999 wurde seine 25 Meter hohe Skulptur „Elbquelle“ in Riesa offiziell eingeweiht.

Am 19. Mai 2005 bekam Immendorff den Medienpreis „Goldene Feder“ der Bauer Verlagsgruppe verliehen. Bei der Verleihung des Medienpreises „Bambi“ im Dezember 2006 wurde er in der Kategorie „Kunst“ ausgezeichnet.

Jörg Immendorff verstarb am 28. Mai 2007 an den Folgen der unheilbaren Nevernkrankheit ALS.

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Auszeichnungen

• 1997 „Premio Marco 1996“ des Museums für Moderne Kunst in Monterrey, Mexiko (weltweit höchstdotierter Kunstpreis)
• 1997 Ernennung zum Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Salzburg
• 1998 Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland
• 2000 Preis der Kulturstiftung Dortmund
• 2004 Berliner Bär (B.Z.-Kulturpreis)
• 2005 Goldene Feder
• 2006 Goslarer Kaiserring
• 2006 Bambi Kunst

Werke in öffentlichen Sammlungen

• Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen
• Kunstmuseum Walter, Augsburg
• Kupferstichkabinett Basel, Schweiz
• Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland, Bonn
• Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn
• Neues Museum Weserburg Bremen
• Kunstsammlungen Chemnitz
• Art Institute of Chicago, USA
• Gemeentemuseum Den Haag, Niederlande
• Museum Kunstpalast, Düsseldorf
• Museum Küppersmühle, Duisburg
• Van Abbemuseum, Eindhoven, Niederlande
• Museum Folkwang, Essen
• Musée d’art et d’histoire, Genf, Schweiz
• Hamburger Kunsthalle
• Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk, Dänemark
• Städtische Galerie beim ZKM, Karlsruhe
• Kunsthalle Kiel
• Museum Ludwig, Köln
• Sammlung Würth, Künzelsau
• Saatchi Gallery, London, Großbritannien
• Tate Britain, London, Großbritannien
• MOCA, Los Angeles, USA
• The Montreal Museum of Fine Arts, Montreal, Canada
• Staatliche Graphische Sammlung München
• Pinakothek der Moderne, München
• Astrup Fearnley Museet for Moderne Kunst, Oslo, Norwegen
• National Gallery of Canada, Ottawa, Canada
• Philadelphia Museum of Art, USA
• Fonds régional d’art contemporain, Paris, Frankreich
• Centre Pompidou, Paris, Frankreich
• Museu Serralves – Museu de Arte Contemporânea, Porto, Portugal
• Museet for Samtidskunst, Roskilde, Dänemark
• Museum der Moderne Salzburg
• The Broad Art Foundation, Santa Monica, USA
• Musée d’Art Moderne et Contemporain de Strasbourg, Frankreich
• Sammlung Essl, Klosterneuburg/Wien
• Kunstmuseum Wolfsburg
• Kunsthaus Zürich, Schweiz

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Galerie Kellermann