Balance von Material, Form und Struktur
Im Werk von Heidi Gerullis gehen Zufall und Kalkül Hand in Hand. Das Wesen ihrer Arbeit liegt in der kompositionellen Vielfalt im Spannungsverhältnis zwischen strikt geometrischer Anordnung und teils zufälliger, teils gewollt gegenläufiger Aufstellung der Teilelemente. Sie stellt Ordnung und Chaos, die Grundprinzipien der Schöpfung, gezielt gegenüber, ganz in der Tradition von Arthur Schnitzler: „Ordnung ist etwas Künstliches. Das Natürliche ist das Chaos.“
So eröffnet Heidi Gerullis ein spannungsreiches Spielfeld von raumplastischen Arrangements und dynamischen Feldern auf der malerischen Bildebene. In ihren Ritzungen trägt sie Acrylfarbe auf, die sie anschließend durch parallel geführte Meißelkerben aufbricht. Sie wechselt zwischen geordneten Reihungen und gegenläufigen Strukturen, konfrontiert Farben miteinander oder reduziert sie auf Ton-in-Ton-Familien. Durch das Spiel übereinander gelegter Farben wird so eine Räumlichkeit evoziert, mal von einfachem Vorder- und Hintergrund, mal von tiefenstrukturellem Netzwerk.
Ausstellungen (Auswahl)
2026
Galerie Kellermann, Düsseldorf
2025
Neuss, Schloss Reuschenberg
Donaueschingen, Museum ArtPlus
2022
Donaueschingen, Museum ArtPlus
2021
Galerie Fetzer, Sontheim
2020
Galerie Schlichtenmaier, Stuttgart
2019
Morat-Institut für Kunst und Kunstwissenschaft. Freiburg im Breisgau
Galerie Kellermann, Düsseldorf
2018
Donaueschingen, Museum ArtPlus
6. Triennale der Skulptur, Bad Ragaz und Vaduz, Schweiz
2017
Galerie Linde Hollinger, Ladenburg
2014
Art Karlsruhe
Kunsttage Winningen
Galerie Linde Hollinger, Ladenburg
2013
Art Karlsruhe
Skulpturenpark Prinzengarten, Sigmaringen
2012
Art Karlsruhe
Galerie Linde Hollinger, Ladenburg
1996
Palais Universitaire, Straßburg, Frankreich
Galerie du Faison, Straßburg, Frankreich
Kunstmuseum Swiradow, Polen
Sammlung Blum, Hünfeld
1994
E-WERK, Freiburg im Breisgau
1993
Städtische Galerie Schwarzes Kloster, Freiburg im Breisgau
Heidi Gerullis studierte 1968-73 unter Prof. Will an der Kunsthochschule Köln, gefolgt von einigen Auslandsaufenthalte in London, Mailand und Florenz. In Düsseldorf begegnet sie ihrem künftigen Ehemann Reiner Seliger, 1980 brachte sie die gemeinsame Tochter Violetta zur Welt. Seit 1980 lebt und arbeitet Heidi Gerullis in Freiburg und Castello di Montefioralle, wo sie sich vor allem Rauminstallationen widmete. 1994 erhielt sie den Kunstpreis »La Fondation des Prix Européens«. Von ihren Installaton »Rochade 2« am Palais Universitaire in Straßburg produzierte der TV-Sender ARTE einen gleichnamigen Film.
Später entwickelte Heidi Gerullis eine Produkt-Design-Linie im Bereich Kreativer Schmuck mit eigenem Label und kooperierte mit internationalen Schmuckgalerien. Seit 2012 liegt ihr Schwerpunkt wieder auf freier künstlerischer Tätigkeit.